Exchange Traded Funds, kurz ETFs, haben die Welt der Geldanlage revolutioniert. Sie ermöglichen auch Privatanlegern mit kleinen Beträgen einen diversifizierten Zugang zu den Aktienmärkten. In diesem umfassenden Leitfaden erklären wir Ihnen alles, was Sie als Einsteiger über ETFs wissen müssen.

Was sind ETFs eigentlich?

ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einen bestimmten Index wie den MSCI World oder den DAX nachbilden. Wenn Sie einen ETF kaufen, investieren Sie automatisch in alle Unternehmen, die in diesem Index enthalten sind. Das bedeutet maximale Diversifikation mit einem einzigen Wertpapier.

Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds versuchen ETFs nicht, den Markt zu schlagen, sondern bilden ihn einfach ab. Das macht sie kostengünstig, transparent und für langfristige Anleger ideal. Die Verwaltungskosten liegen typischerweise bei nur 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr.

Die Vorteile von ETFs im Überblick

Der größte Vorteil von ETFs liegt in ihrer breiten Streuung. Mit einem einzigen MSCI World ETF investieren Sie in über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Fällt ein Unternehmen aus, wirkt sich das kaum auf Ihr Portfolio aus. Diese Diversifikation reduziert Ihr Risiko erheblich.

Niedrige Kosten sind ein weiterer großer Pluspunkt. Während aktive Fonds oft 1,5 bis 2 Prozent Gebühren pro Jahr verlangen, kosten ETFs meist unter 0,3 Prozent. Über Jahrzehnte macht dieser Unterschied tausende Euro aus. Dazu kommen keine Ausgabeaufschläge und niedrige Ordergebühren.

Welcher ETF passt zu mir?

Die Auswahl des richtigen ETF hängt von Ihren Zielen und Ihrer Risikobereitschaft ab. Für langfristigen Vermögensaufbau empfehlen sich breit streuende Welt-ETFs wie der MSCI World oder der FTSE All-World. Sie decken die globalen Aktienmärkte ab und bieten maximale Diversifikation.

Möchten Sie Schwellenländer stärker gewichten, können Sie einen MSCI Emerging Markets ETF beimischen. Für mehr Europa-Fokus eignet sich ein STOXX Europe 600 ETF. Wichtig ist: Übertreiben Sie es nicht mit der Komplexität. Ein oder zwei breit streuende ETFs reichen für die meisten Anleger völlig aus.

Thesaurierend oder ausschüttend?

ETFs gibt es in zwei Varianten: thesaurierend und ausschüttend. Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an, ausschüttende ETFs zahlen sie aus. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs meist die bessere Wahl.

Der Vorteil liegt im Zinseszinseffekt. Reinvestierte Dividenden arbeiten sofort weiter für Sie. Sie müssen sich nicht um die Wiederanlage kümmern und sparen Transaktionskosten. Wer im Ruhestand ein regelmäßiges Einkommen wünscht, kann dann auf ausschüttende ETFs umsteigen.

So starten Sie mit einem ETF-Sparplan

Ein ETF-Sparplan ist die einfachste Methode, um mit kleinen Beträgen Vermögen aufzubauen. Sie investieren monatlich einen festen Betrag, zum Beispiel 100 Euro. Bei niedrigen Kursen kaufen Sie automatisch mehr Anteile, bei hohen weniger. Dieser Cost-Average-Effekt glättet Schwankungen.

Die meisten Online-Broker bieten ETF-Sparpläne ab 25 Euro monatlich an. Viele ETFs sind sogar gebührenfrei besparbar. Suchen Sie sich einen günstigen Broker, wählen Sie Ihren ETF und richten Sie den Sparplan ein. Der Rest läuft automatisch.

Die Macht des Zinseszinses

Der Zinseszinseffekt ist Ihr größter Verbündeter beim langfristigen Vermögensaufbau. Ein Beispiel: Sie investieren ab 25 Jahren monatlich 200 Euro in einen ETF mit durchschnittlich 7 Prozent Rendite pro Jahr. Mit 65 Jahren hätten Sie bei einer Gesamteinzahlung von 96.000 Euro ein Vermögen von über 520.000 Euro aufgebaut.

Beginnen Sie erst mit 35 Jahren, erreichen Sie bei gleicher Rate nur etwa 240.000 Euro. Die ersten zehn Jahre machen also den entscheidenden Unterschied. Je früher Sie starten, desto weniger müssen Sie monatlich investieren, um Ihre Ziele zu erreichen.

Risiken verstehen und managen

Auch ETFs sind nicht risikofrei. Aktienmärkte schwanken, manchmal heftig. In Krisen können ETFs 30, 40 oder sogar 50 Prozent an Wert verlieren. Das gehört zur Natur von Aktieninvestments. Entscheidend ist: Langfristig haben sich die Märkte bisher immer wieder erholt und neue Höchststände erreicht.

Ihr wichtigstes Werkzeug im Risikomanagement ist Zeit. Mit einem Anlagehorizont von 15 oder mehr Jahren können Sie Krisen aussitzen. Verkaufen Sie nicht in Panik, wenn die Kurse fallen. Historisch gesehen haben geduldige Anleger immer positive Renditen erzielt.

Steuern auf ETF-Gewinne

In Österreich unterliegen Kapitalerträge aus ETFs der Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent. Diese wird automatisch von Ihrer Bank abgeführt. Bei inländischen ETFs erfolgt die Besteuerung laufend, bei ausländischen erst beim Verkauf.

Wichtig zu wissen: Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden. Die Details der ETF-Besteuerung sind komplex, aber Ihre Bank kümmert sich um die meisten Aspekte. Für die Steuererklärung erhalten Sie alle notwendigen Unterlagen.

Die häufigsten Anfängerfehler vermeiden

Der größte Fehler ist, zu spät anzufangen oder gar nicht erst zu starten. Viele warten auf den perfekten Einstiegszeitpunkt. Den gibt es nicht. Der beste Zeitpunkt war gestern, der zweitbeste ist heute. Beginnen Sie klein, wenn Sie unsicher sind, aber beginnen Sie.

Ein weiterer Fehler ist Panikverkauf bei fallenden Kursen. Genau dann sollten Sie durchhalten oder sogar nachkaufen. Die besten Renditen erzielt, wer auch in Krisen investiert bleibt. Emotionen sind beim Investieren Ihr größter Feind.

Fazit: ETFs als Basis für Vermögensaufbau

ETFs sind ein hervorragendes Werkzeug für langfristigen Vermögensaufbau. Sie bieten breite Diversifikation, niedrige Kosten und einfache Handhabung. Mit einem monatlichen Sparplan können auch Einsteiger mit kleinen Beträgen ein solides Vermögen aufbauen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Disziplin. Starten Sie früh, investieren Sie regelmäßig und halten Sie durch, auch wenn die Märkte schwanken. Mit Geduld und der richtigen Strategie können Sie sich mit ETFs eine solide finanzielle Basis für die Zukunft schaffen.

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